Wie funktioniert iCloud?

Cloud

iPod, iPhone, iPad – und die iCloud. In Apples Produktportfolio ist iCloud eine der jüngsten Entwicklungen, die es Nutzern erlaubt, Daten im weltweiten Netz zu speichern und sie mit diversen Endgeräten zu synchronisieren. Obwohl der Dienst auch für Windows-Nutzer verfügbar ist, hält er natürlich gerade für Anwender mit Apple-Technik einige zusätzliche Komfortfunktionen bereit.

iCloud klingt gut – aber was ist überhaupt eine Cloud?

Cloud ComputingBevor wir auf iCloud genauer eingehen, sollten wir vielleicht kurz klären, was das Wort Cloud in diesem Zusammenhang überhaupt bedeutet. Cloud-Computing konnte erstmals vor einigen Jahren in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden, als Unternehmen damit begannen, Server- und Rechenkapazitäten bei anderen Dienstleistern zu mieten. Beispielsweise wäre es unwirtschaftlich, für ein anstehendes Projekt, das sehr viel Rechenleistung erfordert, teuer eigene Computer einzukaufen, wenn diese danach nicht mehr gebraucht werden. Stattdessen wurden diese Projekte an Unternehmen wie Amazon oder Microsoft “ausgelagert”, um Geld und Zeit zu sparen.

Bei der Cloud für den Endanwender hingegen handelt es sich meistens um ein Angebot von Speicherplatz im Internet. Der Anwender bekommt eine bestimmte Speicherkapazität zur Verfügung gestellt – wie vielleicht 20 Gigabyte -, welche dann vom Nutzer nach Herzenslust mit Daten gefüllt werden kann. Der Vorteil gegenüber dem Speichern auf der heimischen Festplatte liegt in der ständigen Verfügbarkeit der Daten von jedem Ort auf der Welt aus. Die einzige Voraussetzung besteht natürlich in einer stabilen und möglichst schnellen Internetverbindung. Daten können dann aus dieser Serverwolke heruntergeladen und genutzt werden.

Sicherheitsbedenken bei Cloud-Systemen

Natürlich bedeutet das Hochladen dieser Daten auch, dass diese zunächst an ein Unternehmen weitergegeben werden. Sie sind zwar verschlüsselt und für die Betreiber nicht einsehbar, aber niemand kann voraussehen, was bei Fehlern in der Hard- und Software geschieht. Ob wichtige und tatsächlich wertvolle Daten hochgeladen werden sollten, muss daher jeder Anwender für sich entscheiden. Da iCloud eher auf private Nutzer ausgerichtet ist, sollte dies jedoch eher weniger Bedenken auslösen.

Funktion und Voraussetzungen für die Nutzung von iCloud

iCloud existiert seit dem 12. Oktober 2011 und ist Apples Lösung für die Verwaltung von Daten im Internet. Der Nutzer kann dort prinzipiell alle erdenklichen Daten hochladen, die er für richtig hält, allerdings ist der Speicherplatz begrenzt. Fünf Gigabyte stehen jedem Anwender kostenlos zur Verfügung, was für die Verwendung nur mit Bildern oder Musik schon recht viel ist. Weiterhin werden zusätzliche Abonnements angeboten, die Kapazitäten von 15, 25 und 55 Gigabyte umfassen. Als Preise veranschlagt Apple dafür 16, 32 und 80 Euro jährlich, was immer noch eine relativ überschaubare Summe darstellt.

Als Voraussetzung muss zwingend ein Computer mit Windows Vista, Windows 7 oder Windows 8 vorhanden sein, der dann auch noch eine zusätzliche iCloud-Software benötigt. Diese Software muss bei den meisten Apple-Geräten nicht installiert werden. Jedes iPhone, iPad und iPod touch, das mindestens mit iOS 5 als Betriebssystem ausgestattet ist, hat die passende Software bereits an Bord. Für Desktop-Systeme wie den Mac muss mindestens Mac OS X 10.7 als Betriebssystem genutzt werden.

Die Datensynchronisation mit iCloud

Eine der Eigenschaften, die Apple-Geräte in der Bevölkerung beliebt machen, ist die sehr einfache Synchronisation untereinander. So hat der Anwender Zugriff auf dieselben Daten – egal ob er von seinem iPhone, einem iPad oder einem anderen Gerät darauf zugreift. iCloud ist natürlich perfekt dafür geeignet, dieses System weiter zu verbessern.

Durch iCloud können Daten auf bis zu zehn Apple-Geräten oder Windows-Computern miteinander synchronisiert werden. Da selbst die fanatischsten Apple-Jünger Probleme bekommen sollten, eine solche Anzahl an Geräten in einem Haushalt zu haben, dürfte diese Menge ausreichen. Wichtige Daten – wie vielleicht der E-Mail-Posteingang, die diversen Kontakte oder auch Einträge im Kalender – werden durch iCloud automatisch auf dem neuesten Stand gehalten, solange die Geräte über eine Internetverbindung damit verbunden sind. Auch E-Books oder Musikstücke können auf diese Weise auf alle Endgeräte verteilt werden. Die ständige Synchronisation kann bei Bedarf auch abgeschaltet werden, was jedoch den Sinn und Zweck von iCloud ein wenig aushebelt. Zu empfehlen ist die Deaktivierung der Synchronisation daher nicht.

Die Funktionen von iCloud im Detail

  • Mails
    Beim Erstellen eines Kontos für iCloud kann eine weitere E-Mail-Adresse mit der Endung @icloud.com hinzugefügt werden, deren Posteingang dann über alle angemeldeten Geräte synchronisiert wird.
  • Kontakte und Kalender
    Sowohl die angelegten Kontakt von Freunden und Bekannten als auch der eigene Kalender werden durch iCloud auf alle Geräte übertragen und permanent aktualisiert.
  • Lesezeichen
    Sehr praktisch: iCloud kann auch Lesezeichen für häufig besuchte Internetseiten verwalten und auf dem neuesten Stand halten.
  • Remote-Zugang
    Auch der Zugriff auf den eigenen Mac – sofern dieser eingeschaltet ist – kann über iCloud verfolgen. Der Mac kann dabei auch auf der anderen Seite der Welt stehen, die volle Funktionalität wird trotzdem gewährleistet.
  • iTunes-Synchronisation
    Alle bei iTunes gekauften Musikstücke können durch iCloud auf jedes angemeldete Gerät übertragen werden, so dass der Anwender nirgendwo auf seine Musik verzichten muss.
  • Fotostream
    Unter diesem Eigennamen bietet Apple die Möglichkeit, Fotos zu synchronisieren und zu verwalten.
  • Dokumente und Notizen
    Angefertigte Text-Dateien und Tabellen können ebenfalls mit iCloud synchronisiert werden. Kurze Notizen, die auf einem Gerät erstellt wurden, werden bei Bedarf auf alle anderen Geräte übertragen.
  • Safari
    Sehr weitreichend ist diese Funktion: Wer Apples hauseigenen Browser verwendet, kann in Verbindung mit iCloud sogar die geöffneten Tabs auf jedes angemeldete Apple-Gerät übertragen.

Cloud BackupWeitere Funktionalität wird ebenfalls bereitgestellt. Darunter fällt etwa die Möglichkeit, Fotos in iCloud auch mit anderen Nutzern zu teilen oder die Software des eigenen iPads oder iPhones zu sichern, um die Geräte bei Bedarf wieder auf ihren Auslieferungszustand zurückzusetzen. Alle Apps und E-Books werden ebenfalls – solange das Endgerät damit kompatibel ist – automatisch heruntergeladen. Weiterhin kann der Anwender das eigene iPhone oder iPad auch durch einen Zahlencode aus der Ferne sperren lassen – sehr praktisch, falls das Gerät gestohlen wird oder verlorengeht.

Zusammenfassung

Wer sowieso bereits zahlreiche Produkte aus dem Hause Apple verwendet, sollte sich iCloud auf jeden Fall etwas näher anschauen. Da der Dienst völlig kostenlos ist und nur durch das Abonnement von mehr Speicherplatz mit einem geringen Preis zu Buche schlägt, spricht auch nichts dagegen. Vorteile gibt es dabei insbesondere für Anwender, die häufig auf Reisen sind – und für all diejenigen, die eine manuelle Synchronisation zwischen allen Geräten im Jahr 2013 einfach als unzeitgemäß empfinden.

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